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Samstag, der 6. Februar 2010

Vierecksches Wappen wiedergefunden

Wiedergefunden - Dank an die Spender, den Restaurator

Im letzten Monumentemagazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sind Fotomontagen von verschiedenen geförderten Bauwerken zu sehen: Der Zustand des Schlosses Oberpöllnitz 1991 und 2009, die Frauenkirche in Dresden 1992 und heute. Die verschiedenen Zustände in einem Bild eingefangen, beschädigt und restauriert. So kommt mir heute das Viereck - Epitaph vor.

In den 80er Jahren löste sich das Vierecksche Wappen mit den drei Hifthörnern aus heiterem Himmel vom Epitaph, fiel herab und zersprang, wenn auch nicht in 1000 so doch wenigstens in 80 Stücke. Gezählt habe ich sie nicht. Aufgesammelt und in einen Karton verpackt gelangten die Einzelteile mit anderen Teilstücken, Resten der Flammenvasen und Sockelresten von den Evangelisten, die einmal das Dach der Kirche bekrönten zum damaligen Denkmalamt. Der weitere Weg lässt sich nur vermuten. Im Zuge der Neuordnung der Verhältnisse beim Denkmalamt nach 1989 gerieten die Stücke in das Depot einer Werkstatt, wo sie vermutlich bis zur Auflösung derselben verblieben. 2003/04 wurde der Kirchengemeinde das Wappen zum Verkauf angeboten. Allerdings waren die Verhältnisse ausgesprochen schwierig, so dass sich die Einigung hinzog. Schließlich war die Kirchengemeinde nicht gewillt so ohne weiteres ihr Eigentum käuflich zurück zu erwerben. Die Denkmalschutzbehörde und das Kirchliche Bauamt wurden zu Hilfe gerufen.

Im vergangenen Jahr tauchte das Wappen nun erneut auf und willige Spender boten ihre Hilfe an. Sie übernahmen die Restaurierungskosten, ein Restaurator, Sebastian Röhl, wurde gesucht und beauftragt und die Firma Besch unterstützte die Gemeinde mit der Aufstellung eines Gerüstes. Heute sehen wir das Ergebnis. Das Wappen hat zurück an seinen alten Ort gefunden. So wie es jetzt das Epitaph überstrahlt, scheinen die Hörner ein Signal auszustoßen. Es ist an der Zeit, dem ganzen Epitaph mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Das Wappen ist der Startschuss, den es braucht, um Größeres in Angriff zu nehmen. Es macht Lust auf mehr. Wie würde es aussehen, wenn also nicht nur das Wappen von Adam Otto von Viereck, sondern auch die Dame rechts am Sockel und der Sensenmann und Adam Otto von Viereck selbst in neuem Glanz erstrahlen würden? Die Gemeinde ist mit diesen Aufgaben überfordert. Aber vielleicht lassen sich, wie im Falle des Wappens, engagierte Spenderinnen und Spender gewinnen, die das begonnene Werk fortsetzen? Wir, hier vor Ort sind bereit zu unterstützen, wo und wie es uns möglich ist.

Ich möchte Prof. Theuerkauff als Initiator danken, der heute leider nicht hier sein kann, Dr. Knothe aus Dresden und Hr. Arndt als Spendern, die bereit waren, uns finanziell unter die Arme zu greifen. Ich möchte der Firma Besch danken für die Aufstellung des Gerüsts. Ich danke dem Restaurator, Sebastian Röhl für seine Arbeit in luftiger Höhe. Frau Reetz von der Unteren Denkmalschutzbehörde und Frau Zerrgiebel vom Kirchlichen Bauamt für ihre Unterstützung und Beratung ebenfalls vielen Dank. Ich danke auch der Gemeinde, die dieses Epitaph ja nicht nur geliebt hat, aber doch für die Erhaltung eintritt. Unsere Kirche hat nur noch eine sparsame Innenausstattung. Vieles ist durch den Brand vor 65 Jahren zerstört worden. Mit den wenigen Stücken haben wir hier vor Ort Geschichte zum Anfassen, zum Begreifen. So hinterlassen wir den nachfolgenden Generationen die Möglichkeit sich selbst aus der Geschichte heraus besser zu verstehen und einen eigenen Weg aus der Positionsbestimmung zu finden. Vielen Dank.

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