Neuigkeiten

Samstag, der 1. Oktober 2011

Der Bucher Bürgerverein lädt ein

Für den 19.10. wurde eine Exkursion nach Bernburg /Saale mit Führung in der Gedenkstätte für die Opfer der NS -"Euthanasie"  organisiert.
Busabfahrt 7.30 Uhr am Stadtgut Buch, Alt-Buch 45-51,  Rückankunft 20.00 Uhr,  Teilnahmepreis 20.00 Euro.

Die Idee , eine ehemalige Tötungsanstalt zu besuchen ,  entstand auf dem Bucher Bürgerforum im Juni 2011, als Dr. Michael Nelken (Bezirksstadtrat Kultur), Dr. Ulrich Scheller ( BBB Campus Management Geschäftsführer) und Annette Tietz ( Pankows Beauftragte für Kunst im öffentlichen Raum) das Projekt "Künstlerisches Gedenkzeichen für "Euthanasie"-Opfer  auf dem Gelände der ehemaligen III. Heil-und Pflegeanstalt Buch" und die fünf zum Wettbewerb eingeladenen Künstler vorstellten ( BB Juli) und ein Informationsbedarf zum Thema ersichtlich wurde.

Die Wahl fiel auf Bernburg/Saale, weil für sehr viele ehemalige  Bucher psychiatrische Patienten 1940/41 deren letzter Transport nach Bernburg ging und weil in Bernburg bereits seit den 80er Jahren eine umfangreiche und aktive Gedenkstättenarbeit geleistet wird.

Im September 1940 wurde nach Schließung der Brandenburger Tötungsanstalt ein Teil der Bernburger Heil - und Pflegeanstalt zu einer der sechs NS - Gasmordanstalten umgebaut, Personal und Einzugsgebiet von Brandenburg übernommen. Beide Anstalten waren nacheinander für die Tötung von Patienten u.a.aus der Reichshauptstadt Berlin und aus der  Provinz Brandenburg zuständig.
Die ursprüngliche Bernburger Anstalt arbeitete unter dem neuen Namen Anhaltinische Nervenklinik Bernburg  weiter und teilte sich Grundstück und Gebäude mit dem Mordzentrum , das den Namen der alten Anstalt übernahm. 14000 Menschen aus Heil - und Pflegeanstalten sowie ( ab 1941) aus Konzentrationslagern fanden von 1940 bis 1943 in Bernburg  einen gewaltsamen Tod.

Die Teilnehmer der Exkursion erhalten umfangreiche Sachinformationen und erfahren Details zu Planung und Durchführung dieser Patientenmordaktion. Bauliche Reste der Vernichtungsanlage können  besichtigt werden. Die Gedenkstätte versteht sich aber auch als ein Ort der Begegnung , des Gesprächs und der Besinnung. In einer digitalen Opfer - Kartei kann von Forschern und Angehörigen  recherchiert werden, wenn bis heute der Tötungsort von Patienten unklar geblieben ist. Diese Gelegenheit wird genutzt werden. Frau Dr. Dege und Herr V. Wenda begleiten die Gruppe.

Auf der Rückfahrt ist zur kulinarischen  Stärkung und zum Atemholen ein Zwischenstopp im hoffentlich herbstlich stimmungsvoll eingefärbten Wörlitzer Park geplant.

Anmeldung zur Exkursion bei Frau Dr. Dege unter hdege@t-online.de , Tel.  030 9497542  oder ab 4.10. im Reisebüro Wenda/Wörlitz Tourist- Reisen, Karower Chaussee 29/ Theodor - Brugsch - Straße, reisebuerowenda@t-online.de, Tel. 030 9413715  Fax  030 94879164.

« zurück zur Übersicht