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5. Mitgliederversammlung des Jahres 2013 am 15.01.2014 - Baugenehmigung erteilt

Um Berichts- und Kalenderjahr anzugleichen, fand die Jahresmitglieder-versammlung des Jahres 2013 am 15.01.2014 statt. 51 Mitgliedern und 7 Gästen nahmen teil.

Herr Besch trug als Vorsitzender des Vereins den Rechenschaftsbericht des Vorstands vor. Der Verein hat nunmehr 153 Mitglieder. Im Berichtszeitraum wurden 15 neue Mitglieder gewonnen. Leider sind fünf Mitglieder verstorben. Die wesentliche Botschaft war, dass am 28.05.2013 der Antrag auf Baugenehmigung abgegeben und dass die Baugenehmigung am 08.01.2014 erteilt wurde.

Der Förderverein und die Evangelische Gemeinde haben bisher ca. 185.000 Euro akquiriert, sodass die bisherigen Voruntersuchungen sowie die Entwurfsplanungen der Architekten und Tragwerksplaner aus eigenen Mitteln bezahlt werden können. Im Berichtsjahr wurden sieben Anträge auf finanzielle Unterstützung sowie weitere Anfragen an acht Stiftungen gestellt. Finanzielle Zuwendungen erhielten wir von der Annemarie-Hilgemann-Stiftung und der HOWOGE.

Herr Besch dankte insbesondere allen Spendern, die im vergangenen Jahr großzügig gespendet haben, sehr herzlich für ihre Unterstützung.

Es wurden Gespräche mit Politikern mit dem Ziel der Unterstützung bei der Einwerbung von Fördermitteln geführt. Die Stadträte, Herr Kirchner und Herr Dr. Kühne, und der Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Herrn Graf, sowie der Landeskonservator Berlins, Herr Prof. Haspel standen unserem Projekt aufgeschlossen gegenüber.

Im vergangenen Jahr wurden 12 Benefizveranstaltungen (4 Ausstellungen, 3 Lesungen, 5 Konzerte) durchgeführt, bei denen ca. 3000 Euro an Spenden eingenommen wurden.

Einer der Höhepunkte war der Gedenkgottesdienst am 18.11.2013 anlässlich der Zerstörung unserer Kirche vor 70 Jahren. Es sprachen der Schirmherr unseres Fördervereines, Herr Dr. h. c. Thierse, der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Prof. Bielka, und der Vorsitzende des Vereins, Herr Besch. Die Predigt hielt Frau Pfarrerin Reuter. Anlässlich des Gedenkgottesdienstes wurde eine Wanderausstellung über die Schlosskirche eröffnet, die an verschiedenen Orten ausgestellt werden soll.

Abschließend gab Herr Besch einen Ausblick auf das Jahr 2014. Entscheidend für den Erfolg unseres Projektes wird die Einwerbung von Fördermitteln und Spenden sein. Deshalb sollen die Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern fortgesetzt werden und weitere Förderanträge gestellt werden. Es sind 15 Benefizveranstaltungen geplant. Im Jahr 2014 soll die Vorbereitung des Glockengusses erfolgen, an dem sich der Förderverein nach Möglichkeit aktiv beteiligen wird.

Der Schatzmeister, Herr Dr. Weiland, stellte den Kassenbericht für den Zeitraum vom 31.10.2012 bis zum 31.12.2013 vor. Einnahmen von 52.844€ standen Ausgaben von 74.098€ gegenüber. Das Spendenaufkommen hat sich im Berichtszeitraum in erfreulicher Weise deutlich erhöht. Der aktuelle Kassenbestand betrug 43.454 Euro. Die Prüfung der Unterlagen und Kontoauszüge des Vereins durch Herrn Prochnow ergab keine Beanstandungen.

Herr Kranke stellte stellvertretend für das Architekturbüro Redlich deren Bericht vor. Demnach wurden die Vorplanungen mit dem Stellen des Bauantrags abgeschlossen. In Abstimmung mit dem Kirchlichen Bauamt sowie der Denkmalschutzbehörde ist eine historische Holzkonstruktion für den Turm vorgesehen.

In der lebhaften Diskussion wurden Fragen zur Bauausführung und -ausschreibung, der Dauer der Gültigkeit der Baugenehmigung sowie der Erbringung von Eigenleistungen behandelt. Herr Dr. Marciniak bat die Mitglieder um Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu Medien. In mehreren Wortmeldungen wurden Vorschläge für individuelle Spenden für einzelne Bauteile unterbreitet, die vom Vorstand geprüft werden.

Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Herr Dr. Weiland verlas und erläuterte erforderliche  Satzungsänderungen, die den Mitgliedern bereits mit der Einladung zugeleitet worden waren. Diese Satzungsänderungen wurden angenommen.

Statutengemäß erfolgte die Neuwahl des Vorstandes. Herr Besch wurde als Vorsitzender, Herr Dr. Kleinau als stellvertretender Vorsitzwender und Herr Dr. Weiland als Schatzmeister wiedergewählt. Als Kassenprüfer wurde Herr Prochnow wiedergewählt.

Im Anschluss wurden die Mitglieder und Gäste zur Besichtigung der Ausstellung „Schlosskirche Buch“ und zum Erwerb von dem Verein übereigneten Kunstgegenständen eingeladen. Der Erwerb erfolgte meistbietend gegen Spenden, die insgesamt 420 € ergaben.

Die Erteilung der Baugenehmigung wird die Aktivität des Fördervereines ebenso wie die Spendenbereitschaft beflügeln.

Wolfgang Thierse - Gedenkgottesdienst in der Schlosskirche Berlin-Buch am 18. November 2013

Wir erinnern an die Zerstörung dieser Kirche  heute vor 70 Jahren. Und das muss eine politische Erinnerung sein! Dass wir an dieses traurige Ereignis erinnern, bettet sich ein in das Jahr 2013 als einem besonderen Jahr der Erinnerung und des Gedenkens. Ich nenne nur einige Daten:

Vor 80 Jahren, am 30. Januar 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht und errichteten ihr mörderisches Regime. Einen Monat später, in der Nacht vom 27. zum 28. Februar, brannte der Berliner Reichstag. Bereits am 28. Februar wurden mit der „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk Staat“ die Grundrechte der Weimarer Verfassung praktisch außer Kraft gesetzt und der Weg zur Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur geebnet. Am 10. März 1933 wurden in Würzburg zum ersten Mal „volkszersetzende Schriften“ verbrannt. Am 10. Mai loderten dann in Berlin und anderen Städten die „Scheiterhaufen für undeutsches Schrifttum“, die Gleichschaltung des kulturellen Lebens erreichte ihren Höhepunkt. Vor 75 Jahren dann, in der sog Reichskristallnacht vom 9. zum 10. November – wir haben vor einigen Tagen dieses Datums gedacht – loderten die Flammen im gesamten Deutschen Reich: In der sog. Reichskristallnacht zerstörten die Nazi-Schergen über 1.400 Synagogen, Betstuben, Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe. Zentrausende Juden wurden in diesen Tagen inhaftiert, Hunderte von ihnen ermordet. Die November-Pogrome markierten den blutigen Übergang von der staatlich sanktionierten Diskriminierung der Juden zu ihrer staatlichen Verfolgung und Vernichtung.

Ein Jahr später dann der Beginn des furchtbarsten Krieges der Geschichte mit dem deutschen Überfall auf Polen: Deutschland überzieht Europa mit Gewalt und Verbrechen, bis der Krieg nach Deutschland zurückkommt. Die Brandbombe auf diese Kirche vor 70 Jahren ist ein Teil davon.

Erinnern und Gedenken sind nicht Selbstzweck. Sie dienen vielmehr unserer Selbstvergewisserung, unserer Verortung im Hier und Heute. Sie sind unerlässlich für die Gestaltung unserer Gegenwart, denn sie sollen und können unsere Wachsamkeit für heutige Fehlentwicklungen und Gefahren stärken.

Denken Sie an die vielen unsäglichen antisemitischen, rassistischen, ausländerfeindlichen Vorfälle der letzten Jahre: Antisemitische und ausländerfeindliche Äußerungen in Fußballstadien, Beleidigung jüdischer Schülerinnen und Schüler mit antisemitischen Sprüchen, die Attacke auf den Rabbiner Daniel Alter in Berlin, die zahlreichen Schändungen jüdischer Friedhöfe in ganz verschiedenen Gegenden Deutschlands, die Beschädigung und der Diebstahl von Stolpersteinen zur Erinnerung an Opfer des Holocaust in Berlin und anderswo. Ich erinnere auch an die vielen antisemitischen und auch ausländerfeindlichen e-Mails und Briefe, die in jüdischen Gemeinden und anderswo (selbst bei mir) eingehen. Inzwischen mit Name und Adresse unterzeichnet. Man traut sich wieder, Juden zu beschimpfen und Ausländer sowieso.

Der Bedarf also – angesichts diese bedrückenden Geschehnisse – an historischer Erinnerung und an gesellschaftlicher Verständigung über Konsequenzen daraus, ist augenscheinlich. Um so mehr freue ich mich, dass die Frage nach der Zukunft des Gedenkens und den Perspektiven unserer Erinnerungskultur nicht nur den qua Amt „Zuständigen“ überlassen bleibt, den Politikern und den Multiplikatoren politischer Bildungsarbeit. Das wäre falsch. Nein, an dieser Debatte beteiligen sich viele gesellschaftliche Akteure, auch die Kirchen, die christlichen Gemeinden.

An die geschichtliche Erfahrung der Nazi-Diktatur, an Opfer und Täter, an Ursachen und Folgen zu erinnern, sie konsequent aufzuarbeiten – das gehört geradezu konstitutiv zu unserem demokratischen Selbstverständnis, inzwischen. Nicht zu verdrängen und nicht zu leugnen, nicht dem gewissermaßen „spontanen“ Verlangen nachzugeben, die furchtbaren Nazi-Verbrechen zu beschönigen und zu verdrängen – das gehört wirklich zum moralischen Fundament der Bundesrepublik und nur deshalb konnte sie, glaube ich, auch als Demokratie gelingen.

Die Vielfalt der individuellen wie kollektiven Erinnerungen, die Diskussion über deren Interpretation in der Geschichtswissenschaft, in den Künsten, in der politischen Öffentlichkeit, ebenso die unausweichlich notwendigen Rituale und Einrichtungen des Erinnerns und der Weitergabe der Erinnerung – das alles zusammen macht erst eine lebendige demokratische Erinnerungskultur aus. Dafür geeignete Grundlagen zu schaffen, also auch die erforderlichen institutionellen und finanziellen Rahmenbedingungen, das ist Aufgabe von Politik also von Geschichtspolitik.

Unser nationales Parlament hat in den vergangenen Jahren eine Reihe solcher geschichtspolitischer Entscheidungen getroffen. Ich erinnere nur an drei Beschlüsse: Erstens an den Bau des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Das war übrigens der letzte Beschluss des Bundestages vor seinem Umzug von Bonn nach Berlin und ein Bekenntnis dazu, dass sich das wiedervereinigte Deutschland dem Ganzen seiner Geschichte stellen wird, auch und gerade in seiner Hauptstadt. Ich erinnere zweitens an die Nationale Gedenkstättenkonzeption, die der Bund verabschiedet hat. Darin bekennt sich die Politik zu ihrer Verantwortung für  die doppelte deutsche Erbschaft, den Nationalsozialismus und die SED-Diktatur. Es gilt der Versuchung zu widerstehen, das eine Erbe gegen das andere auszuspielen oder das eine mit Blick auf das andere zu relativieren oder zu bagatellisieren. Die dritte geschichtspolitische Entscheidung war der Beschluss über den Bau eines „Freiheits- und Einheitsdenkmals“. Nach einigem Zögern habe ich mich dafür ausgesprochen, denn ich bin der Überzeugung, dass wir Deutsche – wie andere Völker auch – zu unserer Selbstvergewisserung und Selbstermunterung nicht nur die Erinnerung an die katastrophale Seite unserer Geschichte brauchen, an die Verirrungen und Verbrechen, sondern auch den Bezug auf positive geschichtliche Entwicklungen und Erfahrungen. Auch Deutschland hat eine Freiheitsgeschichte.

Aus vielfacher Erfahrung wissen wir: Jede Generation muss einen eigenen Zugang zur Geschichte  und eigene Formen der Erinnerung und des Gedenkens finden. Was gestern richtig war, muss heute oder morgen nicht mehr richtig sein. Bequemlichkeit oder gar Dogmatismus wären ganz falsch.

Wir befinden uns gegenwärtig unübersehbar in einem Generationenwechsel: Nationalsozialismus, Krieg, organisierter Völkermord sind immer weniger lebendige Erfahrung von Zeitzeugen, sondern werden immer mehr zu Ereignissen der Geschichte. Sie wechseln von persönlicher, individuell beglaubigter Erinnerung in das durch Wissen vermittelte kollektive Gedächtnis. Was heute noch in großer Eindringlichkeit Zeitzeugen erzählen können, das müssen in Zukunft allein oder vor allem Gedenkstätten, Museen, Geschichtsbücher, Kunstwerke vermitteln.

Es gibt keinen Grund zu glauben, die nachwachsenden Generationen seien weniger sensibel und weniger moralisch mit Blick auf die Geschichte. Das wäre ein Misstrauen, das mit unserem Altwerden zu tun hätte. Wir müssen vielmehr zulassen, wir müssen ermuntern und Angebote machen, dass die nachfolgenden Generationen ihren Weg finden, mit einer unbequemen Last zurande zu kommen und diese nicht beiseite zu schieben. Und ich wiederhole mich: Historische Aufklärung ist kein Selbstzweck, sie ist notwendig um der Zukunft unserer Demokratie willen.

Wie oft wird darüber debattiert, was unsere so vielgestaltige, widersprüchliche, konfliktreiche Gesellschaft zusammenhalten kann: Respekt vor Recht und Gesetz, vor unserer Verfassung, gewiss und zuerst. Auch das Beziehungsgeflecht, das die Gesellschaftsmitglieder über den Arbeitsprozess knüpfen, trägt zum Zusammenhalt bei. Aber darüber hinaus bedarf es doch grundlegender Gemeinsamkeiten in den Überzeugungen, Maßstäben, Werten (vor allem in den Vorstellungen von Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Menschenwürde, Toleranz …) und nicht zuletzt in dem, woran wir uns als Gesellschaft, als Volk erinnern! Ohne gemeinsame Erinnerung ist friedliches Zusammenleben nur schwer möglich.

In diesem Sinne kann und soll historische Aufklärung moralisches und politisches Bewusstsein schaffen. Das Entsetzliche der nationalsozialistischen Verbrechen (und auch die Erfahrung kommunistischer Unfreiheit) müssen allerdings so vermittelt werden, dass sie – und das ist mehr als Wissen – mit dem Herzen erfahren und begriffen werden und auch künftig zu Empathie mit den Opfern führen. Gedenken ist mehr als rationales Wissen.

Besonders jungen Menschen aber sollten wir historisches Wissen so vermitteln, dass sie eine Beziehung zur Gegenwart herstellen können. Es geht nicht um die Übertragung von Schuld und von Schuldgefühlen, sondern darum, moralische Sensibilität und politische Verantwortung für die Gegenwart zu vermitteln.

Unser heutiges Gedenken an die Zerstörung der Bucher Schlosskirche ist ein kleiner Beitrag dazu. Es reiht sich ein in die Mühen des Erinnerns um der Gegenwart willen. Wir dürfen und sollen trauern, aber wir dürfen und sollen auch die Zukunft planen. Der Wiederaufbau unseres Kirchturms ist kein Akt des Vergessenwollens, er darf es nicht sein wollen! Darin sind wir uns, so hoffe ich, so denke ich, ganz einig.

Predigt von Pfrn. Reuter - Gedenkgottesdienst in der Schlosskirche Berlin-Buch am 18. November 2013

Liebe Gemeinde,

„Ich will bei euch wohnen“ – der Wunsch Gottes, ein Zuhause zu haben in seiner Welt klingt mir vor allem in den Ohren. Ein Haus – viele Häuser? In wie vielen Häusern kann Gott zugleich wohnen? Und wie müssen sie beschaffen sein? Gibt es neben der kirchlichen auch eine göttliche Bauordnung? „Ich will bei euch wohnen“ – aus diesem Wunsch spricht erst einmal die Abkehr von der Rast- und Ruhelosigkeit, die Abweisung von Unbehaustheit und Ortlosigkeit. Gott klopft auf der Suche nach einem Haus bei den Menschen an. Er sucht einen Ort, wo er Wohnung nehmen kann, um aus den endlosen Weiten der Himmel herunterzukommen und da zu sein, um für uns konkret zu werden. Gott sucht ein Haus, um Wohnung zu nehmen, um zu verweilen. Gott ist ein Gott, der sich aufs Bleiben einrichtet. Er hat Zeit – eine ganze Ewigkeit.  Und er möchte in sein Haus, an seinen Tisch einladen, die, die auf Besuch kommen, die die das Gespräch suchen oder einfach nur seine tröstende Nähe nehmen. Sein Haus ist ein Haus der Erinnerungen und des Erinnerns an Vergangenes, Abgründiges, Versprochenes, Vollendetes und Geheiltes, Vergebenes und Gebrochenes. Und sein Haus ist ein Ort der Hoffnung, daß diese Welt, das Miteinander der Menschen doch noch zu retten ist.

Gott klopft bei den Menschen an, weil er einen Ort, ein Haus sucht. Und Menschen bauen ihm ein Haus, weil ihr Glaube ein Obdach braucht, weil unsere Begegnung mit Gott nicht unbehaust sein soll. Wir ahnen vielleicht mehr als wir es wissen: Der Glaube ohne ein Dach über dem Kopf ist in viel stärkerem Maße Wind und Wetter ausgeliefert und am Ende fegt es ihn vielleicht weg. Menschen auf der ganzen Welt, beheimatet in den verschiedenen Kulturen, bauen Gott ein Haus und nennen es Kirche, Synagoge, Moschee. In diesen drei Begriffen für ihre Gotteshäuser steckt etwas von dem, wie Menschen ihre Begegnung mit Gott in Zeit und Raum verstehen:  Kirche – ekklesia - die Herausgerufenen, Synagoge – die Zusammengeführten und Moschee – die Anbetenden.

Menschen bauen Gott ein Haus, damit er einen Ort in ihrer Nähe, ihr Glaube ein Dach über dem Kopf hat. Ich mag diese Gotteshäuser, die besonderen Orte in unserer Welt. Sie sind Orte zum Anfassen gegen das Vergessen. Glaube und Gedächtnis, Trost und Hoffnung, Gottes Stimme und Ohr tritt uns nicht nur als Gedachtes, als ein Moment der Herzensfrömmigkeit entgegen, sondern kommt zur Anschauung im Gebauten.

Kuppel trifft Kreuz, Himmel Menschenleid, Welt christliches Hoffnungszeichen. Kuppel und Kreuz, das sind die Grundformen unserer Kirche, die sich in ihrer Bedeutung in viele Richtungen wenden lassen.  Als unsere Kirche vor 70 Jahren bei einem Großangriff auf Berlin vom 18. Zum 19. November 1943 zerstört wurde, waren die Menschen vor Ort fassungslos. Sie drückten sich an Haus- und Stallwände und sahen auf das brennende Gotteshaus. Es wird erzählt, das die Kirche verschlossen war und somit der Weg zum Brandherd versperrt. Rettung erschien unmöglich. Auch weil ringsherum Brandherde auf Höfen, in Ställen und Scheunen zu löschen waren. Mit der Kirche verbrannte auch ein Stück des eigenen Glaubens, weil Kirche für diesen stehen.

In unserem Gemeindehaus beherbergen wir gerade eine Ausstellung mit dem Titel „Archen und Krippen“. Es geht um die Urbilder von Zufluchtsorten, rettenden Häusern, die Mensch und Tier und den gottvergessenen Menschen eine Zuflucht geben. Daran müssen sich Kirchen messen lassen. Sie sind keine Wohnzimmer mit Sammlerstücken und Gemütlichkeitswert, keine Rückzugsorte fürs Private, Kleine, Zurechtgemachte, vielleicht sogar mit Stammplätzen. Wenn die Kirchentüren für den Eintretenden aufgehen, dann darf der Mensch sich aufrichten, aufatmen, weil sich der Himmel öffnet. Kuppel trifft Kreuz. Die Kuppel, der gerundete Raum ist der erste Lebensraum des Menschen, biologisch und spirituell. Dort kommt er zu sich selbst.

Die Nachkriegsgeneration hat die Kirchenruine, diesen Raum hier gerettet, weil sie ihn brauchte. Sie haben sich zu diesem Wohnort Gottes in der Welt bekannt und ihn als Zusage Gottes in dieser Zeit genommen. Sie haben einen provisorischen Himmel eingezogen, einen vom Krieg und den gemachten Erfahrungen begrenzten.

Eine Kuppel zieht den Blick nach oben. Sie läßt den Eintretenden aufschauen und zum Himmel aufblicken. Und das haben Menschen unserer Zeit, Menschen hier am Ort so nötig, daß sie durch die Kirchentür treten, sich aufrichten, in den Himmel schauen und sich von Gott angeschaut wissen. Auf dem Grundriß des Kreuzes, auf dem Boden von Leid und Tod stehen wir und hoffen auf die Güte Gottes: „Herr, deine Güte reicht so weit der Himmel ist und deine Wahrheit so weit die Wolken gehen.“

Gott bindet sich an Orte. Er löst diese Bindungen aber auch wieder auf. Israel hat das ganz dramatisch erfahren, als das Heiligtum in Silo zerstört worden ist. Gott wohnt in Häusern. Und er verläßt sie. Gott hat seine Gegenwart für Orte zugesagt, aber auch für das gemeinsame Leben, für das Miteinander.

Und so heißt es bei Jeremia: Bessert euer Leben und euer Tun, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort.“

Am vergangenen Montag haben wir St. Martin in unserer Kirche gefeiert. Die Kinder hatten die Kirche voll und ganz in Besitz genommen. Nahezu andächtig haben sie dann miteinander die wirklich für die Menge der Kinder knappe Anzahl an Martinshörnchen geteilt. Leben heißt teilen Tisch und Bett und das Dach über dem Kopf, die Gedanken und die Erinnerung, den Glauben und die Hoffnung für eine gemeinsame Zukunft. An diese Form des Miteinanderlebens bindet sich Gottes Gegenwart. Gott wohnt, wo mit Fremdlingen, mit Waisen und Witwen, mit Obdachlosen und Bedürftigen, mit Flüchtlingen und Trauernden und Kranken, mit geistig und geistlich Unbehausten, mit Verzweifelten und Ängstlichen das Leben geteilt wird, wo wir das Leben mit ihnen teilen. Dafür ist uns dieses Hais Gottes, das Haus des Glaubens geschenkt. Seine Worte, hier gelesen und gesprochen erinnern uns daran, daß wir nicht allein um unseretwillen Kirchen brauchen, sondern daß es Rettungshäuser sind, in denen alle eine Zuflucht finden dürfen, weil wir das, was wir haben miteinander teilen.

Ich wünsche mir, daß wir in dieser Weise an Gottes Haus bauen, daß wir nicht zwiespältig leben, uns im Kirchraum gerettet fühlen und schon an der Türschwelle der Verrat an der Mitmenschlichkeit beginnt.  Gottes Haus ist ein Haus aus Stein mit vieen Glaubenszeugnissen, die angefaßt und begriffen werden können. Und es ist ein Haus aus gesprochenen Gebeten und Andachtsworten, von vorangegangenen Generationen eingebracht und es ist ein Haus des Lebens und Teilens, Arche und Krippenhaus für die Welt. Amen.

Bauantrag für den Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch am 28.05.2013 übergeben

bauantrag

Der Vorsitzende des Fördervereines, Karl Besch, übergibt den Bauantrag

Nach Abschluss der bauvorbereitenden Maßnahmen wurde der Bauantrag für den Wiederaufbau des im Jahre 1943 kriegszerstörten Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch am 28.05.2013 der Bauaufsichtsbehörde Pankow übergeben.

Die bauvorbereitenden Maßnahmen, die von dem Planungsbüro Deschan/Hannusch, der Beuth-Hochschule für Technik Berlin und dem Architektenbüro Redlich sowie dem Büro für Tragwerksplanung Babilon durchgeführt worden waren, bestanden in Grundlagenuntersuchungen und Vorplanungen mit Kostenermittlung. Dazu gehörten Baugrunduntersuchungen, Angrabung des Fundamentes, bauphysikalische und bauchemische Untersuchungen unter Einbeziehung von Kernbohrungen der Vierungspfeiler und Georadaruntersuchungen, Aufmaß und Baumodell. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel konnten von dem Förderverein Kirchturm Buch e.V. aufgebracht werden, der bisher für dieses wichtige und schöne Projekt rund 110.000 Euro sammeln konnte.

Die Gesamtkosten werden 2,48 Mio. Euro betragen, für die in naher Zukunft öffentliche und institutionelle Förderungen und weitere private Spenden dringend benötigt werden. Bitte unterstützen Sie durch Mitgliedschaft im Förderverein (Mitgliedsbeitrag 36 Euro/Jahr) und Spenden den Wiederaufbau des Kirchturmes in Buch.

Kontakt über kirchturm.buch@arcor.de
Spendenkonto: Nr. 210 177 1000, BLZ:100 900 00, Berliner Volksbank

HK, FV Kirchturm Buch e.V.

4. Öffentliche Mitgliederversammlung des Fördervereines Kirchturm Buch e.V. 2012
(Bericht)

Die 4. Öffentliche Mitgliederversammlung des Fördervereins zum denkmalgetreuen Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch e.V. fand am 28.11.2012 im Gemeindehaus der Ev.Kirchengemeinde Berlin-Buch statt.

Der Vorsitzende, Karl Besch teilte u.a. mit, dass 2011 das Architekturbüro Redlich in Potsdam die Planungstätigkeit für den Wiederaufbau des Turmes aufgenommen hat. Die vorplanerische Grobschätzung der Kosten, die in Zusammenarbeit mit der Planungsgruppe Deschan/Hannusch erarbeitet worden war, wurde durch eine detaillierte Kostenberechnung ersetzt und ergab nur eine unwesentliche Abweichung von der Kostenschätzung (2.445.000 gegenüber 2.484.000 €).                        
Vorbesprechungen mit der unteren und oberen Denkmalbehörde und dem Kirchlichen Bauamt führten zu einer übereinstimmenden denkmalpflegerischen Aufgabenstellung, insbesondere im Hinblick auf Erhaltung des barocken Äußeren und  bautechnischer Erfordernisse.

Die Planungsarbeiten wurden bisher im Wesentlichen ohne Förderung durch Dritte mit Mitteln des Fördervereines und der evangelischen Kirchengemeinde finanziert. In den vergangenen 5 Jahren seiner Tätigkeit konnte der Förderverein über 110.000 € akquirieren, was ihn die die Lage versetzte, die Vorplanungen bis zur Stellung des Bauantrages ohne wesentliche Förderung durch Dritte zu finanzieren, wofür der Vorsitzende herzlich dankte.

Der Verein hat im November 2012 142 Mitglieder und damit im Berichtsjahr 18 neue Mitglieder gewonnen.

Den Kassenbericht gab der Schatzmeister und Mitglied des Vorstandes Herr Dr. Weiland. Danach betrugen die Einnahmen im Berichtszeitraum insgesamt 33.353,98 €. In dieser Summe sind 30.137 € Spenden und 3.216 € Mitgliedsbeiträge enthalten. Zusätzlich zu ihrem Jahresbeitrag spendeten Mitglieder des Vereins insgesamt 6.322 €. Eine private Stiftung stellte uns 5.000 € zur Verfügung. Die vom Förderverein organisierten kulturellen Veranstaltungen erbrachten Spenden in Höhe von 2.369 €.

Die Ausgaben des Vereins betrugen im Berichtszeitraum 9.921,80 €. 7.659 € wurden für Voruntersuchungen an der Bausubstanz der Schlosskirche und Rekonstruktionsplanungen ausgegeben. Die Restsumme beinhaltet Ausgaben für den Geschäftsbetrieb, Druckkosten, das Architekturmodell und die Erstellung der in diesem Jahre fälligen Steuererklärung für die Jahre 2009 bis 2011. Wir haben den Berichtszeitraum am 1. November 2011 mit einem Konten- und Bargeldbestand von 41.276,25 € begonnen und verfügen am Ende des Berichtszeitraumes über einen Konten- und Bargeldbestand von 64.708,43 €.

Herr Bernd Redlich berichtete für das Architekturbüro über die Tätigkeit im Berichtsjahr. Nach intensiven Archivrecherchen erfolgte die Vorplanung des Turmes anhand aufgefundener Bauzeichnungen sowie eine den DIN-Normen entsprechende Kostenberechnung, die nunmehr dem Förderverein vorliegt.

Anschließend stellte sich das Büro Steffen Stich aus Potsdam als neuer Tragwerksplaner vor, da Herr Hannusch uns nicht mehr zur Verfügung steht.

Herr Horst Prochnow gab den Bericht der Kassenprüfer. Die Prüfung der Unterlagen und Kontoauszüge des Fördervereins ergab keine Beanstandungen. In der nachfolgenden Aussprache erhielt der Vorstand hilfreiche Hinweise für die folgende Arbeit.

Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Pressemitteilung
Ein barockes Kleinod wird 275: Die Schlosskirche in Berlin-Buch

Zwei Meilen nördlich von Berlin liegt das Dorf Buch, reich an Landschaftsbildern aller Art, aber noch reicher an historischen Erinnerungen“, so schrieb 1860 Theodor Fontane in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Zu den historischen Besonderheiten in Buch gehört auch heute noch die barocke Schlosskirche, erbaut 1731 bis 1736 auf den Grundmauern einer alten Fachwerkkirche aus dem Mittelalter. Auftraggeber für den Bau der Kirche war der Bucher Patronatsherr Adam Otto von Viereck (1685-1758), unter Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. u.a. zugleich auch Vizepräsident und Dirigierender Minister im Generaldirektorium, Oberdirector des Medicinalwesens sowie Protector, Kurator und Ehrenmitglied der Königlichen Societät, später Akademie der Wissenschaften. Als Baumeister der neuen Bucher Kirche konnte Viereck den bekannten Berliner Architekten Friedrich Wilhelm Diterichs (1702-1782) gewinnen, Schüler des Hof- und Schlossbaumeisters Martin Heinrich Böhme (1676-1725). Die Kirche in Buch wurde für Diterichs der erste Kirchenbau, den er entwarf und leitete. Nach seinen Plänen wurden in Berlin u.a. auch das Ephraim-Palais (durch Umbau des Tonnenbinderschen Hauses; nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg Wiederaufbau 1985-1987), das Prinzessinnenpalais (nach Zerstörung ebenfalls im Zweiten Weltkrieg ab 1963 wieder aufgebaut) und die Böhmische Kirche in der Mauerstraße gestaltet (die im Februar 1945 durch Bomben getroffen ausbrannte und deren Ruine 1963 abgerissen wurde), sowie die Gertraudenkirche am Spittelmarkt umgebaut.

Die zwischen 1731 bis 1736 durch Kirchenabgaben finanziert erbaute und am 9. September 1736 geweihte Schlosskirche in Buch wurde ein Kleinod, das zu den schönsten und bedeutendsten barocken Sakralbauten in Berlin und Brandenburg gehörte. Heute ist sie mit Parochialkirche, Sophienkirche und der Schlosskapelle in Köpenick eine der nur noch vier Barockkirchen in Berlin. Der bedeutende Kunsthistoriker Georg Dehio (1850-1932) beschrieb die Bucher Kirche in seinem „Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler“ als „schönste Landkirche in der Mark“. Der Zentralbau hat die Form eines griechischen Kreuzes mit einem Kuppelbau mit großem Turm mit geschwungener Haube und achteckiger Laterne über der Vierung. Eine architektonische Besonderheit der Kirche ist auch die Gestaltung der südlichen Hauptfassade gleich einem griechischen Tempel mit vier toskanischen Halbsäulen, Pilastern mit Triglyphengebälk und einem Dreiecksgiebel mit einer Aureole über dem Eingangsvorbau sowie einer schönen Kartusche mit Daten zum Bau der Kirche, und auf der Attika befanden sich Sandsteinfiguren der Evangelisten Matthäus und Markus.

Im Inneren beeindruckte die Kirche u.a. vor allem durch die Patronatsloge, den Kanzelaltar, der nach künstlerischen Entwürfen von Friedrich Wilhelm Diterichs von einem unbekannten Künstler aus Eichenholz geschnitzt wurde, sowie das von dem bedeutenden Berliner Künstler und Andreas Schlüter-Schüler Johann Georg Glume geschaffene Marmorepitaph für Adam Otto von Viereck. Von 1788 bis 1938 gehörte auch die 1755 von Johann Peter Migendt (um 1703-1767, Schüler des bedeutenden Berliner Orgelbauers Joachim Wagner, 1690-1749) für Prinzessin Anna Amalie von Preußen, Schwester von Friedrich II., erbaute Amalien-Hausorgel nach Kauf durch den Bucher Patron Otto Karl Friedrich von Voß der Bucher Schlosskirche. Seit 1960 befindet sich die Amalien-Orgel in der Kirche „Zur Frohen Botschaft“ der Paul Gerhardt-Gemeinde in Berlin-Karlshorst. Die Bucher evangelische Kirchengemeinde übernahm 1938 aus der Prenzlauer Heilig-Geist-Kapelle die 1744 von Joachim Wagner gebaute Orgel, die nach Rekonstruktion durch die Fa. Schuke unter Erhalt ihres barocken Gehäuses noch heute in der Bucher Schlosskirche erklingt, vor allem auch im Rahmen der jährlich stattfindenden, weit über Buch hinaus bekannten und geschätzten Bucher Kirchenmusiktage.

In der Gruft unter dem östlichen Chorraum befinden sich die Särge bekannter Bucher Patronatsherren und Angehöriger, u.a. von Gerhard Bernhard Freiherr von Pölnitz, Minister in Preußischen Diensten, Adam Otto von Viereck und nachfolgender Voß-Familien.

Als im Zweiten Weltkrieg die britische Luftwaffe am Abend des 18. November 1943 mit ihren schweren Luftangriffen auf Berlin begann, wurde durch Bombenabwürfe über Buch neben anderen Gebäuden auch die Schlosskirche durch eine Brandbombe getroffen, so dass der Turm in Brand geriet und in das Kircheninnere stürzte, das dadurch ebenfalls weitgehend zerstört wurde. Glücklicherweise waren vorher Kanzelkorb, Altartisch und die Orgel in den Keller der Neuen Münze in Berlin ausgelagert und das Viereck-Epitaph in der Kirche zugemauert worden, so daß diese Kostbarkeiten der Vernichtung entgingen, da die Bucher Schlosskirche gemäß einer Regelung des Berliner Provinzialkonservators vom 18. September 1943 in die „Liste kunstgeschichtlich wertvoller Bauten“ aufgenommen worden war, für die besondere Luftschutzmaßnahmen gefordert wurden. Zwischen 1950 und 1953 wurde durch engagierte Initiativen der evangelischen Kirchengemeinde und vieler Bürger des Ortes unter schwierigsten Nachkriegsbedingungen die Kirche zunächst so weit aufgebaut, dass sie am 29. März 1953 wieder geweiht werden konnte. In den folgenden Jahren erfolgten weitere substanzerhaltende Rekonstruktionen und Sanierungen. Allerdings konnte bisher der Turm der Kirche leider noch nicht wieder aufgebaut werden. Am 17. Dezember 2007 gründeten daher 10 Bucher Bürger einen „Förderverein zum denkmalgetreuen Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch e.V.“, geeint durch den Willen, diesem denkmalgeschützten sakralen und historisch bedeutsamen barocken Bauwerk mit dem Turm dessen sinngebende Bestimmung sowie architektonische Vollendung und Schönheit wiedergeben zu können. Durch Spenden und Mitgliedsbeiträge (dem Verein gehören zur Zeit 150Mitglieder an) sowie finanzielle Zuwendungen durch kulturelle Veranstaltungen des Vereins (musikalische und literarische Abende, Kunstausstellungen, Basare, Führungen) war es möglich, die bisher erforderlichen Kosten für bauvorbereitende Maßnahmen aufzubringen. Wir hoffen, dass die Veranstaltungen zum 275. Jubiläum der Bucher Schlosskirche das Unternehmen „Wiederaufbau Kirchturm“ weiter unterstützen werden.

         Heinz Bielka

Veranstaltungen 2012

  • 04. Nov. 2011: „Erinnerung an  Waldemar Dege“, Lesung und ein Essay von Jürgen K. Hultenreich
  • 20. März 2012: „Literarischer Abend und Ausstellungseröffnung“ Jürgen K. Hultenreich
  • 04. Mai 2012: Vorstellung des Projektes „Steine ohne  Grenzen“, R.J.Kaltenbach
  • 16. Juni 2012: „Benefizkonzert“ mit Schülern von Prof. Galina Iwanzowa
  • 25. August 2012: „Orgelnacht“ mit Organisten der Region aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Schuke-Orgel
  • 14. Sept. 2012: Ausstellungseröffnung mit Werken des Bildhauers Gerhard Rommel
  • 22. Sept. 2012: Benefizkonzert, Musik am Hofe Friedrichs des Großen, Kammermusikkreis Niederschönhausen
  • 19. Okt. 2012: Lesung mit Marianne Buggenhagen
  • 3. u. 4. Nov. 2012: Basar zu Gunsten der „Winterhilfe Rumänien“ und des Wiederaufbaues des Turmes der Schlosskirche

Berichte

Benefizkonzert zugunsten des Wiederaufbaues des Turmes der Schlosskirche am 01.12.2012 in Buch

Das zweite Benefizkonzert mit hochbegabten Schülerinnen und Schülern der Bucher Klavierprofessorin Galina Iwanzowa war, wie erwartet, wieder ein besonderes Ereignis. Sieben junge Künstler im Alter von 7 – 15 Jahren brachten u.a. Werke von Bach, Clementi, Tschaikowski, Weber, Grieg, Chopin, Liszt, Beethoven und Mendelssohn-Bartholdy zu Gehör. Fast hundert Zuhörer waren von der musikalischen Freude, Liebe und Leidenschaft besonders begabter Kinder und Jugendlicher tief beeindruckt und zollten kräftig und ausgiebig Beifall. 577 € Spenden wurden in das Architekturmodell der Kirche eingeworfen. Wir danken sowohl den Akteuren, als auch den Spendern sehr herzlich.

Benefizkonzert  am 16.  Juni 2012 für das Kirchturmprojekt - ein bewegendes Erlebnis

Im Rahmen seiner kulturellen Veranstaltungen hatte der  Förderverein zum Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche am 16. Juni 2012 in das Evangelische Gemeindehaus Buch eingeladen. Im überfüllten Gemeindesaal konnte der stellvertretende Vorsitzende des Vereins die in Buch lebende Musiklehrerin, Galina Iwanzowa, Professorin für Klavier an der Hochschule für Musik  Hanns Eisler in  Berlin, mit ihren Schülerinnen und Schülern begrüßen.
Frau Iwanzowa studierte am Moskauer Konservatorium bei Professor Heinrich Neuhaus. Seit 1969 widmet sie sich vor allem der musikalischen Frühförderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher. Zu Ihren Schülern in Berlin gehörten u.a. der Pianist Martin Helmchen sowie der Dirigent und Generalmusikdirektor der Oper in Frankfurt am Main, Sebastian Weigle, Sohn des verstorbenen Bucher Kantors und Landeskirchenmusikdirektors von Berlin-Brandenburg, Gottfried Weigle.

Frau Professor Iwanzowa stellte ihre Schüler vor und verfolgte ihre Darbietungen mit deutlich erkennbaren Gefühlen mütterlicher Verbundenheit. Tiefes gegenseitiges Vertrauen und respektvolle Zuneigung zwischen der Professorin und ihren jungen Studenten waren deutlich spürbar.

Eröffnet wurde das Programm, das u.a. Werke von Mozart, Chopin, Grieg, Brahms, Tschaikowski und Liszt beinhaltete, von der 7-jährigen Tabea Antonia Streicher. Ihr folgten ihr Bruder, der 9-jährige Daniel Vincent Streicher, Alisa Hopp, 12 Jahre und der 12-jährige Sebastian Tievenow. Anna-Maria Wünsche , 15 Jahre, Sopran,  sang, begleitet von der 13- jährigen Marie Jäschke. Ein weiterer Höhepunkt war die Darbietung der 12-jährigen Shue Park, Violine,  begleitet von Sebastian Tievenow. Krönender Abschluss des Konzertes war die Dante-Sonate, die der 24-jährige Daniel Seng außerordentlich temperamentvoll interpretierte.

Die jungen Musiker spielten ausdruckstark mit ausgeprägtem Gefühl für Tongebungen und bemerkenswerter Sicherheit, was alle Erwartungen übertraf und mit lang anhaltendem, herzlichem Beifall bedacht wurde. Die Zuhörer waren sich einig, ein großartiges Musikereignis erlebt zu haben. Wir danken Galina Iwanzowa und ihren Schülern sehr herzlich und freuen uns, dass sie das Bucher Turmbauprojekt auch weiterhin musikalisch unterstützen werden. Der Schatzmeister konnte sich am Ende des Musikabends über Spenden für das Turmbauprojekt in Höhe von 623 € freuen. Einen herzlichen Dank auch an die Spender.

H.B. u. H.K.

Bucher Orgelnacht 15.07.2012

Am 15.07.2012 hatte die Schukeorgel in der Bucher Schlosskirche ihr 50-jähriges Weihejubiläum.

Aus diesem Anlass veranstaltete die Bucher Evangelische Gemeinde zusammen mit dem Förderverein zum denkmalgetreuen Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche am 25. August die Bucher Orgelnacht. Ursprünglich befand sich die jetzt in Berlin-Karlshorst aufgestellte sogenannte Amalienorgel in der Bucher Schlosskirche. Sie war zu groß und wurde in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegen eine barocke Orgel aus der Heilig-Geist-Kapelle in Prenzlau ausgetauscht. Das Spielwerk der Röderorgel wurde erst 1962 von der weltbekannten Orgelbaufirma Schuke/Potsdam  im alten Prospekt ersetzt. Die ehemaligen Mitarbeiter der Orgelbaufirma Tilo Catenhusen und  Alexander Zwirner  konnten zum Konzert begrüßt werden.

Die Bucher Schlosskirchengemeinde hatte lange auf Orgelmusik verzichten müssen. Die Vor- und Nachkriegszeiten und die Zerstörung der Kirche verhinderten zunächst die Neuaufstellung. Am 18. November des Jahres 1943 wurde die Schlosskirche von einer Brandbombe getroffen. Der Turm brannte und stürzte in das Kirchgebäude, das ebenfalls ausbrannte. Der Prospekt der barocken Röderorgel war als wichtiges Kunstgut im Krieg ausgelagert worden und blieb erhalten. Bis 1951 war die Kirche eine Ruine. Sie wäre von den DDR-Behörden wie das Bucher Schloss  abgerissen worden. Aber eine tapfere Nachkriegsgeneration hat unter schwierigen Bedingungen die Bucher Kirche mit einem Notdach versehen und sie vor dem Abriss bewahrt. 1953 konnte die Kirche wieder geweiht und der gottesdienstlichen Nutzung  übergeben werden. Die Orgel konnte erst 1962 wieder eingebaut werden. Bis heute ist es allerdings nicht gelungen, den wunderbaren barocken Turm wieder aufzubauen.

Die Bucher Orgelnacht unterstützt als Benefizkonzert den denkmalgetreuen Wiederaufbau des Turmes.

Die Akteure dieses Konzertes waren Organisten aus Buch und Umgebung: der Filmemacher, Organist und Liebhaber Bachscher Orgelmusik Jochen Kraußer, der Oboist, Organist und Improvisationskünstler Andreas Wenske, der Hörerwünsche von Zuhörern erfüllte und dabei Oboe und Orgel zusammen erklingen ließ, Kai Dittmann, Organist der Friedenskirchgemeinde in Berlin-Niederschönhausen, die Kantorin der Katholischen Kirche „Mater Dolorosa“ in Berlin-Buch, Annette Clasen, die erst 17-jährige Deborah Hödtke, die gerade erst den ersten Preis im Jugendwettbewerb „Jugend musiziert“ im Orgelfach gewonnen hatte und der Bucher Kantor Stefan Kircheis, der auch die Orgelnacht vorbereitet hatte. Kircheis spielte auch das Orgelkonzert B-Dur op. 4/2 von G. F. Händel, das schon zur Orgelweihe am 15.07.1962 erklang. Vorgetragen wurden u.a. Werke von J. S. Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Peter Eben, Luis-James-Alfred Lefebure-Wely, Marcel Dupre, Philipp Emanuel Bach, Georg Friedrich Händel und Cesar Franck.
Über hundert Besucher des Benefizkonzertes waren drei Stunden lang tief bewegt und begeistert von der Kunst der Interpreten und dem wunderbaren Klang der Schukeorgel. Der Erlös des Benefizkonzertes in Höhe von 842 €  kommt dem Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch zu Gute. Den Spendern herzlichen Dank!

H.K.

Ausstellungseröffnung mit Werken von Gerhard Rommel

Am 14.09.2012 konnte der Förderverein zum denkmalgetreuen Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche eine Ausstellung mit wunderbaren Werken des Bildhauers und Malers Gerhard Rommel eröffnen.

Gezeigt werden Graphiken, Aquarelle, Acryl- und Ölbilder sowie Kleinplastiken in Bronze und Holz. Das Thema Mensch und Natur wird in verschiedenen Fassetten  dargestellt. Man findet Mutter-Kind- und auch Vater-Kind-Motive neben eindrucksvollen graphischen und plastischen Tierdarstellungen, Bilder, die auf Norwegenreisen entstanden sind und auch Bilder seiner thüringischen und märkischen Heimat.  Ganz besonders beeindrucken die Kleinplastiken und der Akt „Helga“. Die Ausstellung wird bis Anfang Januar 2013 zu sehen sein und kann zu den Öffnungszeiten des Gemeindebüros dienstags von 16-19 Uhr und mittwochs von 14-17 Uhr oder nach Anmeldung  besucht werden. Bilder und Plastiken können käuflich erworben werden. 20% des Erlöses spendet Gerhard Rommel dem Turmbauprojekt.

Die Veranstaltung wurde durch die Bucher Klavierprofessorin Galina Iwanzowa musikalisch eingeleitet und begleitet. Sie setzte sich damit wiederholt für das Turmbauprojekt ein. Die Laudatio hielt Horst Prochnow, der sich in besonderer Weise um die Werke des Künstlers in Buch kümmert und der schon lange mit Gerhard Rommel in Verbindung steht. Der Förderverein und die Evangelische Gemeinde danken Gerhard Rommel sowie Galina Iwanzowa für ihr künstlerisches Engagement beim Wiederaufbau des Turmes der Schlosskirche.

H.K.

Buchpräsentation „Berliner Kirchen und ihre Hüter“ am 18.01.2013 von Kara Huber und Bernd Janowski im Gemeindehaus der Schlosskirche

Die erste Veranstaltung des Fördervereines Kirchturm Buch im Jahre 2013 war die Vorstellung des Bildbandes „Berliner Kirchen und ihre Hüter“ von Kara Huber und Bernd Janowski. Die von ca. 40 Gästen besuchte Lesung fand großes Interesse.
Obwohl Kara Huber, wie übrigens auch Theodor Fontane, kein „Fan“ der Bucher Schlosskirche zu sein scheint, hat sie den Vorschlag von Bernd Janowski folgend, unsere Schlosskirche in den schönen Bildband „Berliner Kirchen und ihre Hüter“ aufgenommen. Dafür gilt ihr unser besonderer Dank.

Es handelt sich bereits um den dritten von Kara Huber herausgegebenen  Bildband über Brandenburger und Berliner Kirchen mit Textbeiträgen prominenter Vertreter des öffentlichen Lebens, illustriert von hervorragenden Bildern der Berliner Fotografen Reiher und Seidel. Es werden Kirchen zusammen mit Vertretern der Gemeinde, die die Kirche öffnen und sich um das Bauwerk und das Leben in ihm kümmern,  vorgestellt. Dabei kommen die „Hüter“ auch selbst zu Wort. Insgesamt werden  27 von  563 Berliner Kirchen beschrieben, unter anderen der Berliner Dom, die St. Hedwigskathedrale und die Gedächtniskirche. Kara Huber las die Einleitung und ihren Beitrag zur Hoffnungskirche, Pankow, in dem der von uns so geschätzte Pfarrer Jungklaus als Vertreter der „Bekennenden Kirche“ gewürdigt wird. Bernd Janowski, der Geschäftsführer des Förderkreises „Alte Kirchen Berlin-Brandenburg“,  wurde für seinen Beitrag über die Schlosskirche Buch mit herzlichem Beifall bedacht.

In der Aussprache begründete der Vorsitzende des Fördervereines, Karl Besch, sein Engagement für den Wiederaufbau des Turmes mit der Verpflichtung gegenüber seinen Bucher Vorfahren, die seit der Errichtung des barocken Kirchbaues in Buch lebten.
Herr Schubert berichtete davon, wie er als Mitglied der Jungen Gemeinde zusammen mit Pfarrer Jungklaus vor 60 Jahren mithalf, die Kirche zu enttrümmern. Der Herausgeberin Kara Huber und dem Autor Bernd Janowski ist die Bucher Schlosskirchengemeinde und der Förderverein für das schöne Buch und seine Präsentation in Buch sehr dankbar.

Kurzfassung des Jahresberichtes 2011

Der Förderverein zum denkmalgetreuen Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch e.V. hat jetzt 126 Mitglieder. Er ist damit einer der größten Kirchenbau-Fördervereine in Berlin-Brandenburg. Die Schirmherrschaft hat der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, übernommen.

Unter dem Vorsitz von Professor Heinz Bielka hat sich ein Kuratorium von 16 namhaften Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft gebildet, von dem wir eine wesentliche Unterstützung des Projektes erwarten. Der Internetauftritt des Vereines wurde in den der Gemeinde integriert. Der Verein führte 4 stark beachtete und gut besuchte Lesungen (GANTEN, GEISSLER, KRÜGER, DEGE) sowie 3 Ausstellungen durch, deren Erlöse dem Turmbauprojekt zufließen. Die Karower Bläser veranstalteten zu Gunsten des Turmbaues ein Turmblasen.
Das 275. Kirchweihjubiläum wurde auch zu einem Höhepunkt im Vereinsleben. Mit einer Ballon-Lichtinstallation konnte die ehemalige und zukünftige Höhe unseres Kirchturmes imaginiert werden. Der Erlös der Feierlichkeiten kommt ebenfalls der Turmrekonstruktion zu Gute.

Wir verfügen jetzt über ein sehr schönes 1:50-Modell der Kirche mit abnehmbarem Turm, das sich auch sehr gut zum Sammeln von Spenden eignet. Die Planungs- und baubegleitenden Aufgaben wurden an das Architekturbüro Redlich aus Potsdam übergeben. Dieses Büro hat bereits einschlägige Erfahrungen bei der Rekonstruktion von Kirchgebäuden. Die ausschließlich aus Mitteln des Vereines durchgeführten Voruntersuchungen fließen in die weitere Planung ein.

Der Verein wird voraussichtlich aus eigenen Mitteln auch die Planung bis zur Leistungsphase 4 (Genehmigungsplanung, Einreichung des Bauantrages) finanzieren können. Für die weitere Planung und Bauausführung sind wir auf Förderung und weitere Spenden angewiesen.

Die im vergangenen Jahr gestellten 9 Förderanträge an staatliche Stellen und Stiftungen führten bisher zu keinen Zusagen. Sie werden nach Vorliegen der Genehmigungsplanung bzw. der Baugenehmigung präzisiert und erweitert eingereicht.