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Literarischer Abend und Ausstellungseröffnung mit Jürgen K. Hultenreich
Am 30.03.2012 lädt der Förderverein „Kirchturm Buch“ zu einem literarischen Abend und zur Ausstellungseröffnung mit dem Autor und Maler Jürgen K. Hultenreich um 18°° in das Gemeindehaus, Alt-Buch, 13125 Berlin-Buch ein. Hultenreich, 1948 in Erfurt geboren, studierte Bibliothekswesen in Leipzig, verließ 1985 die DDR und lebt seitdem als freier Autor in Westberlin. Veröffentlichungen u.a.: „Langsam rückwärts ist eine kräftige Gangart“ (Gedichte, 1986), „Die 748-Schritte-Reise (Erzählung, 1996), „Die Schillergruft“ (Roman, 2001), „Westausgang – 64 Storys“ (2005). 1990 Marburger Literaturpreis. Seit 2008 widmet er sich zunehmend der Malerei, <tuschiert> und bezeichnet sich selbst als <Tuschör>. Ausstellungen im In- und Ausland. Es werden Illustrationen zu Gerhart Hauptmanns „Das Meerwunder“ gezeigt, die auch erworben werden können. Das Werk erschien kürzlich zur Leipziger Buchmesse. Nach der Ausstellungseröffnung liest er selbst aus „Westausgang - 64 Storys“. Eine Einladung zu dieser Veranstaltung können Sie hier herunterladen. Pressemitteilung: Ein Kleinod des Berliner BarockEs steht in Berlin-Buch. Adam Otto von Viereck ließ die Bucher Schlosskirche nach Plänen von Friedrich Wilhelm Diterichs in den Jahren 1731 bis 1736 errichten. In diesem September feiert die Kirche ihr 275 jähriges Jubiläum Das von Viereck umgebaute Schloss wurde auf Grund eines Willküraktes der DDR-Behörden 1964 abgerissen. Die Kirche steht noch, allerdings ohne Turm. Er fiel einem Luftangriff 1943 zum Opfer. Das Kirchengebäude wurde in den 50-ziger Jahren mit einem Notdach versehen. Die evangelische Gemeinde, ein 2007 gegründeter Förderverein mit nunmehr 110 Mitgliedern und große Teile der Bucher Bevölkerung möchten den zerstörten Turm in alter Schönheit wieder erstehen lassen. Voruntersuchungen am Kirchengebäude (u.a. Angrabungen des Fundamentes, Kernbohrungen und endoskopische Untersuchungen der Vierungspfeiler und Messungen mit Georadar), die mit Mitteln des Fördervereines durchgeführt werden konnten, haben ergeben, dass eine Rekonstruktion des Turmes technisch und mit vertretbarem Aufwand möglich ist. Eine vorläufige Kostenschätzung beläuft sich auf 2.48 Mio. €. Diese sind durch finanzielle Förderung und Spenden aufzubringen. Wir hoffen sehr, dass uns Mittel aus dem ehemaligen DDR-Parteivermögen durch die Senatsverwaltung für Finanzen zur Verfügung gestellt werden, so wie es für den Wiederaubau der Garnisonkirche in Potsdam möglich war (2 Mill. €). Anträge an andere Förderer wurden gestellt. Am 09.09.2011 wollen wir den Turm anlässlich des Kirchjubiläums als Lichtinstallation imaginieren. Dies geschieht mit freundlicher finanzieller Unterstützung der HOWOGE. <www.howoge.de> Zu der Jubiläumsfeier haben wir u. a. den Regierenden Bürgermeister Wowereit, den Staatssekretär Schmitz, den Bundestagvizepräsidenten Thierse, und den Bischof der Evangelischen Kirche Berlin- Brandenburg schlesische Oberlausitz eingeladen. Wir laden ebenfalls Presse, Rundfunk und Fernsehen zu diesem Ereignis in Berlin-Buch herzlich ein. Eine Einladung zu dieser Veranstaltung können Sie hier herunterladen. Ein barockes Kleinod wird 275: Die Schloßkirche in Berlin-Buch„Zwei Meilen nördlich von Berlin liegt das Dorf Buch, reich an Landschaftsbildern aller Art, aber noch reicher an historischen Erinnerungen“, so schrieb 1860 Theodor Fontane in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Zu den historischen Besonderheiten in Buch gehört auch heute noch die barocke Schloßkirche, erbaut 1731 bis 1736 auf den Grundmauern einer alten Fachwerkkirche aus dem Mittelalter. Auftraggeber für den Bau der Kirche war der Bucher Patronatsherr Adam Otto von Viereck (1685-1758), unter Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. u.a. zugleich auch Vizepräsident und Dirigierender Minister im Generaldirektorium, Oberdirector des Medicinalwesens sowie Protector, Kurator und Ehrenmitglied der Königlichen Societät, später Akademie der Wissenschaften. Als Baumeister der neuen Bucher Kirche konnte Viereck den bekannten Berliner Architekten Friedrich Wilhelm Diterichs (1702-1782) gewinnen, Schüler des Hof- und Schloßbaumeisters Martin Heinrich Böhme (1676-1725). Die Kirche in Buch wurde für Diterichs der erste Kirchenbau, den er entwarf und leitete. Nach seinen Plänen wurden in Berlin u.a. auch das Ephraim-Palais (durch Umbau des Tonnenbinderschen Hauses; nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg Wiederaufbau 1985-1987), das Prinzessinnenpalais (nach Zerstörung ebenfalls im Zweiten Weltkrieg ab 1963 wieder aufgebaut) und die Böhmische Kirche in der Mauerstraße gestaltet (die im Februar 1945 durch Bomben getroffen ausbrannte und deren Ruine 1963 abgerissen wurde), sowie die Gertraudenkirche am Spittelmarkt umgebaut Die zwischen 1731 bis 1736 durch Kirchenabgaben finanziert erbaute und am 9. September 1736 geweihte Schloßkirche in Buch wurde ein Kleinod, das zu den schönsten und bedeutendsten barocken Sakralbauten in Berlin und Brandenburg gehörte. Heute ist sie mit Parochialkirche, Sophienkirche und der Schloßkapelle in Köpenick eine der nur noch vier Barockkirchen in Berlin. Der bedeutende Kunsthistoriker Georg Dehio (1850-1932) beschrieb die Bucher Kirche in seinem „Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler“ als „schönste Landkirche in der Mark“. Der Zentralbau hat die Form eines griechischen Kreuzes mit einem Kuppelbau mit großem Turm mit geschwungener Haube und achteckiger Laterne über der Vierung. Eine architektonische Besonderheit der Kirche ist auch die Gestaltung der südlichen Hauptfassade gleich einem griechischen Tempel mit vier toskanischen Halbsäulen, Pilastern mit Triglyphengebälk und einem Dreiecksgiebel mit einer Aureole über dem Eingangsvorbau sowie einer schönen Kartusche mit Daten zum Bau der Kirche, und auf der Attika befanden sich Sandsteinfiguren der Evangelisten Matthäus und Markus. Im Inneren beeindruckte die Kirche u.a. vor allem durch die Patronatsloge, den Kanzelaltar, der nach künstlerischen Entwürfen von Friedrich Wilhelm von Diterichs von einem unbekannten Künstler aus Eichenholz geschnitzt wurde, sowie das von dem bedeutenden Berliner Künstler und Adreas Schlüter-Schüler Johann Georg Glume geschaffene Marmorepitaph für Adam Otto von Viereck. Von 1788 bis 1938 gehörte auch die 1755 von Johann Peter Migendt (um 1703-1767, Schüler des bedeutenden Berliner Orgelbauers Joachim Wager, 1690-1749) für Prinzessin Anna Amalie von Preußen, Schwester von Friedrich II., erbaute Amalien-Hausorgel nach Kauf durch den Bucher Patron Otto Karl Friedrich von Voß der Bucher Schloßkirche. Seit 1960 befindet sich die Amalien-Orgel in der Kirche „Zur Frohen Botschaft“ der Paul Gerhard-Gemeinde in Berlin-Karlshorst. Die Bucher evangelische Kirchengemeinde übernahm 1938 aus der Prenzlauer Heilig-Geist-Kapelle die 1744 von Joachim Wagner gebaute Orgel, die nach Rekonstruktion durch die Fa. Schuke unter Erhalt ihres barocken Gehäuses noch heute in der Bucher Schloßkirche erklingt, vor allem auch im Rahmen der jährlich stattfindenden, weit über Buch hinaus bekannten und geschätzten Bucher Kirchenmusiktage. In der Gruft unter dem östlichen Chorraum befinden sich die Särge bekannte Bucher Patronatsherren und Angehöriger, u.a. von Gerhard Bernhard Freiherr von Pölnitz, Minister in Preußischen Diensten, Adam Otto von Viereck und nachfolgender Voß-Familien. Als im Zweiten Weltkrieg die britische Luftwaffe am Abend des 18. November 1943 mit ihren schweren Luftangriffen auf Berlin begann, wurde durch Bombenabwürfe über Buch neben anderen Gebäuden auch die Schloßkirche durch eine Brandbombe getroffen, so daß der Turm in Brand geriet und in das Kircheninnere stürzte, das dadurch ebenfalls weitgehend zerstört wurde. Glücklicherweise waren vorher Kanzelkorb, Altartisch und die Orgel in den Keller der Neuen Münze in Berlin ausgelagert und das Viereck-Epitaph in der Kirche zugemauert worden, so daß diese Kostbarkeiten der Vernichtung entgingen, da die Bucher Schloßkirche gemäß einer Regelung des Berliner Provinzialkonservators vom 18. September 1943 in die „Liste kunstgeschichtlich wertvoller Bauten“ aufgenommen worden war, für die besondere Luftschutzmaßnahmen gefordert wurden. Zwischen 1950 bis 1953 wurde durch engagierte Initiativen der evangelischen Kirchengemeinde und vieler Bürger des Ortes unter schwierigsten Nachkriegsbedingungen die Kirche zunächst so weit aufgebaut, daß sie am 29. März 1953 wieder geweiht werden konnte. In den folgenden Jahren erfolgten weitere substanzerhaltende Rekonstruktionen und Sanierungen. Allerdings konnte bisher der Turm der Kirche leider noch nicht wieder aufgebaut werden. Am 17. Dezember 2007 gründeten daher 10 Bucher Bürger einen „Förderverein zum denkmalgetreuen Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch e.V.“, geeint durch den Willen, diesem denkmalgeschützten sakralen und historisch bedeutsamen barocken Bauwerk mit dem Turm dessen sinngebende Bestimmung sowie architektonische Vollendung und Schönheit wiedergeben zu können. Durch Spenden und Mitgliedsbeiträge (dem Verein gehören zur Zeit 112 Mitglieder an) sowie finanzielle Zuwendungen durch kulturelle Veranstaltungen des Vereins (musikalische und literarische Abende, Kunstausstellungen, Basare, Führungen) war es möglich, die bisher erforderlichen Kosten für bauvorbereitende Maßnahmen aufzubringen. Wir hoffen, daß die Veranstaltungen zum 275. Jubiläum der Bucher Schloßkirche das Unternehmen „Wiederaufbau Kirchturm“ weiter unterstützen werden. |